Zum Hauptinhalt springen

Regeln

·

Uns ist wichtig, dass der Stammtisch ein safer space (ein sicherer Ort) ist. Um das zu erreichen, haben wir Regeln formuliert, die wir zu Beginn des Gesprächskreises auch nochmal nennen:

Vertraulichkeit
#

Wir behandeln das Gesagte als vertraulich. Du darfst dich gern mit Anderen darüber unterhalten, was du beim Stammtisch erlebt oder erfahren hast - aber immer nur so, dass daraus nicht deutlich werden kann, um welche Person(en) es dabei geht.

Kein Fremdouting
#

Wenn du Menschen vom Stammtisch irgendwo anders triffst, dann sorge dafür, dass sie nicht von dir gegenüber Außenstehenden als einvernehmlich nicht-monogam (interessiert) offenbart werden. Ein “Hey, wir kennen uns doch vom Polystammtisch” könnte dazu führen, dass Umstehende davon erfahren, dass diese Person sich für Polyamorie interessiert. Uns ist wichtig, dass jede Person selbst entscheidet, wann und wem sie davon erzählt.

Selbstfürsorge
#

Wir möchten, dass du auf deine Bedürfnisse und Grenzen achtest. Wenn es dir möglich ist, kommuniziere diese. Das geht von “Das Licht ist mir zu hell”, “Ich hätte gern das Fenster geöffnet/geschlossen” bis hin zu “Fass mich nicht an!” oder “Nein, ich möchte nicht neben dir sitzen”.

Alle Teilnehmenden sind aufgerufen dazu beizutragen, das Treffen zu einem sicheren Ort zu machen. Unser Wunsch ist, dass sich damit alle wohlfühlen können. Wenn du Unterstützung dabei brauchst, deine Bedürfnisse und Grenzen zu kommunizieren, dann bitte gerne die Orgaperson oder eine andere für dich passende Person um Unterstützung. Bitte melde dich auch, wenn du ein Unwohlsein verspürst und dieses nicht sofort in Worte fassen kannst.

Achtsamkeit
#

So wie deine eigenen respektiere und achte auch die Bedürfnisse und Grenzen anderer. Also frag bitte immer nach, bevor du andere z.B. berührst, ihnen einen Ratschlag gibst, usw. Und ganz wichtig: Warte die Antwort ab und respektiere sie. Ein Nein ist ein Nein und braucht auch keine Begründung. Deshalb bohre nicht nach und versuch nicht, jemanden zu überreden. Ein Vielleicht ist übrigens auch ein Nein, bis vielleicht ein Ja daraus wird. Nur ein Ja ist ein Ja.

Genderneutrale Sprache
#

Die meisten von uns sind nicht mit gendergerechter Sprache aufgewachsen. Deshalb kann es passieren, dass es uns nicht immer gelingt, genderneutral zu sprechen und die bevorzugten Pronomen zu benutzen. Wir wollen uns aber darum bemühen und uns ggf. freundlich darauf hinweisen, wenn es mal schief geht.

Verallgemeinerungen vermeiden
#

Bitte sprich nur von dir selbst oder von Menschen, die du kennst und deinen oder ihren Erfahrungen und Ansichten.

Verallgemeinerungen sind z.B.: “Alle wollen ja in einer Beziehung sein/Sex haben/…”, “Polyamorie ist besser als Monoamorie”, “Man muss sich mindestens einmal pro Woche sehen, wenn eine Beziehung funktionieren soll”, “Männer wollen mehr Sex als Frauen”. All das kann dazu führen, dass Klischees und Zuschreibungen verstärkt werden und Menschen, die anders fühlen sich evtl. falsch fühlen. Wenn du Sätze anfängst mit “Ich denke …”, “Meiner Erfahrung nach …”, “Ich kenne Leute, bei denen ist es so und so”, vermeidest du Verallgemeinerungen und bereicherst mit individellen Ansichten und Erfahrungen.

Irritation statt Urteil
#

Es kann sein, dass eine Person etwas tut oder sagt, was dir mehr als missfällt, was gegen deine Werte geht oder dich einfach wütend macht. Wenn es dir gelingt, versuch Verurteilung in Irritation zu wandeln und erstmal davon auszugehen, dass die Person sich vielleicht unglücklich ausgedrückt hat, sie es anders gemeint hat, als du es verstanden hast oder ihr nicht bewusst war, was ihr Tun oder ihre Worte ausgelöst haben. Wenn es dir möglich ist, sprich direkt oder im Nachgang an, was dich stresst. Mit einem “Sag mal, ist es dein Ernst, dass ….” lässt sich häufig klären, was schief gelaufen ist. Und wenn ihr feststellt, dass ihr wirklich komplett unterschiedlicher Meinung seid, dann fühlt es sich unserer Erfahrung nach viel besser an, wenn das offen ausgesprochen ist, als wenn sich die Wut darüber anstaut und dann in Form von Lästern und Abwerten rauskommt.

Austausch ohne Aufdrängen
#

Der Stammtisch ist kein Dating-Ort, sondern für Austausch zum Thema Polyamorie da. Es ist nicht so, dass Menschen sich beim Stammtisch nicht schon kennen und auch lieben gelernt hätten. Das darf sein und das wollen und könnten wir auch gar nicht verhindern. Was wir nicht wollen, ist offensives “Angraben”, sich aufdrängen, insbesondere Leute, die zum ersten oder zweiten Mal da sind mit Interessensbekundungen überfallen, etc. Sei gern freundlich aber nicht aufdringlich.

Ach, noch eins:

Bitte mach vorher einen Covid-Selbsttest und komm nur, wenn er negativ war, um dich und uns zu schützen.

Solltest du selbst Symptome haben oder in den letzten 5 Tagen Kontakt mit einer COVID-positiven Person gehabt haben, darfst du leider nicht teilnehmen. Für diejenigen, die keinen Test zu Hause haben, haben wir immer einen da, den du gegen eine Kostenbeteiligung oder auch ohne von uns bekommen kannst. Komm dann bitte rechtzeitig, sodass Euer Testergebnis bis 20 Uhr fertig ist.